Seit 2022 haben René und Kevin Schütz den Hunteburger SV im eFootball vertreten und dabei Vereinsgeschichte geschrieben. Was mit der Teilnahme an der ersten eKreisliga im Raum Osnabrück begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte: Mit 13 Siegen aus 14 Spielen sicherten sich die Brüder direkt die Meisterschaft und den Aufstieg in die eBezirksliga.
Nach dem dritten Platz beim VGH Masters 2023 und der Auszeichnung als Mannschaft des Jahres beim Hunteburger SV folgten 2024 und 2025 zwei weitere große Highlights: René und Kevin gewannen jeweils das VGH Masters (Niedersachsenmeister) und qualifizierten sich damit für den eDFB-Pokal. Dort durften sie sich mit namhaften Bundesligisten wie dem FC Schalke 04 und der TSG 1899 Hoffenheim messen.
Nun beginnt für die beiden ein neues Kapitel: Sie wechseln zum VfL Osnabrück und werden künftig für das Team der Virtual Bundesliga an den Start gehen. In der virtuellen Bundesliga (VBL) treten Spieler für echte Bundesliga-Vereine an, um den deutschen Meister zu erspielen.
Wir vom Hunteburger SV sagen Danke für euren Einsatz, eure Leidenschaft und die vielen Erfolge im blau-weißen Trikot!
Zum Abschied haben wir mit den beiden über ihre gemeinsame Zeit, besondere Momente und ihre Zukunft im eFootball gesprochen.
1. Ihr habt den Hunteburger SV seit 2022 im eFootball vertreten. Wie seid ihr damals dazu gekommen, für den HSV an den Start zu gehen?
René: Wir spielen beide schon seit unserer Jugend Fußball und waren eigentlich immer im Verein aktiv. Neben dem Fußball auf dem Platz war das Zocken schon immer ein großes Hobby von uns, vor allem FIFA, das mittlerweile EA FC heißt. Während der Corona-Zeit haben wir dann von den ersten eFootball-Turnieren mitbekommen und sind dadurch in das Ganze reingerutscht. Uns hat es direkt Spaß gemacht, uns auch virtuell mit anderen zu messen. So sind wir dabeigeblieben und haben irgendwann angefangen, für den Hunteburger SV an den Start zu gehen.
2. Euer erstes großes Highlight war direkt die Meisterschaft in der eKreisliga mit 13 Siegen aus 14 Spielen. Hättet ihr damals gedacht, dass sich daraus eine solche Erfolgsgeschichte entwickelt?
Kevin: Das war natürlich ein wahnsinniger Start in unsere eFootball-Laufbahn. Die Meisterschaft hat uns direkt bestärkt und gezeigt, dass wir auch auf diesem Niveau mithalten können und zu den guten Spielern aus der Region gehören. Gleichzeitig hat uns der Erfolg die Tür zu weiteren Wettbewerben geöffnet und uns unter anderem zum ersten Qualifikationsturnier für die Niedersachsenmeisterschaft geführt. Eine wichtige Bezugsperson war für uns dabei Sascha Görtemöller, der das Ganze organisiert hat und uns immer wieder aktiv auf Turniere und weitere Möglichkeiten aufmerksam gemacht hat. Dadurch sind wir Schritt für Schritt tiefer in die eFootball-Szene eingestiegen.

3. 2023 habt ihr beim VGH Masters den dritten Platz belegt und wurdet anschließend zur Mannschaft des Jahres beim Hunteburger SV gewählt. Was hat euch diese Auszeichnung bedeutet?
René: Das war für uns eine sehr große Ehre. Gerade im eigenen Heimatverein eine solche Anerkennung zu erfahren, ist etwas Besonderes. Ich glaube, dass wir dadurch auch bei vielen Leuten Aufmerksamkeit für den eFootball wecken konnten, die vorher vielleicht noch gar nicht so viel damit zu tun hatten. Für uns war es einfach ein tolles Gefühl, dass die noch junge Abteilung direkt so erfolgreich war und wir mit unseren Leistungen einen Teil dazu beitragen konnten. Gleichzeitig ist es schön zu wissen, dass man mit so einer Ehrung immer ein Teil der Vereinsgeschichte bleibt.
4. 2024 und 2025 konntet ihr das VGH Masters gleich zweimal in Folge gewinnen. Welcher dieser beiden Titel war für euch besonders emotional und warum?
René: Beide Titel waren auf ihre eigene Art unglaublich emotional. Nachdem wir 2023 bereits den dritten Platz belegt hatten, konnten wir uns 2024 mit dem Titel endlich unseren großen Traum erfüllen. 2025 war es dann nochmal etwas ganz Besonderes, weil wir als erstes Team überhaupt das VGH Masters verteidigen konnten. Damit haben wir auch gezeigt, dass der Erfolg im Vorjahr kein Zufall war und wir zu diesem Zeitpunkt tatsächlich das beste Team in Niedersachsen waren. Beide Siege bleiben für uns unvergessliche Momente.

5. Durch eure Erfolge habt ihr euch zweimal für den eDFB-Pokal qualifiziert und durftet euch mit Bundesligisten wie Schalke 04 und der TSG 1899 Hoffenheim messen. Wie war es, auf diesem Niveau anzutreten?
Kevin: Das war schon ein ganz anderes Niveau und auch eine ganz andere Anspannung. Gleichzeitig hatten wir eigentlich nichts zu verlieren und konnten vor allem wertvolle Erfahrungen sammeln. Eine besondere Herausforderung war auch der Spielmodus. Wir hatten unsere Erfolge beim VGH Masters immer im 2-gegen-2 gefeiert, während im DFB-Pokal zwei einzelne 1-gegen-1-Duelle gespielt wurden. Wir hätten uns natürlich gerne auch auf diesem Niveau im 2-gegen-2 gemessen, weil das unsere große Stärke war. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, sich mit solchen Gegnern messen zu dürfen.
6. Ihr seid nicht nur Brüder, sondern auch ein eingespieltes eFootball-Team. Was macht euch als Duo besonders stark und wie geht ihr mit Niederlagen oder Meinungsverschiedenheiten um?
René: Unser großer Vorteil ist sicherlich, dass wir schon seit Jahren miteinander und gegeneinander spielen und uns dadurch in- und auswendig kennen. Wenn wir gegeneinander antreten, macht es das natürlich nicht unbedingt leichter, aber zum Glück standen wir immer auf derselben Seite, wenn es wirklich um etwas ging. Wir sind beide sehr ehrgeizig und ärgern uns dementsprechend auch über Niederlagen. Zum Glück mussten wir davon in den letzten Jahren nicht allzu viele verkraften. Meinungsverschiedenheiten konnten wir beim eFootball eigentlich immer schnell klären, weil für uns beide der gemeinsame Erfolg im Vordergrund stand. Aber natürlich sind wir auch ganz normale Geschwister und bei anderen Themen kann so eine Diskussion dann schon mal etwas länger dauern.
7. Wenn ihr auf eure Zeit beim Hunteburger SV zurückblickt: Welcher Moment ist euch besonders in Erinnerung geblieben?
René: Wir verbinden mit unserer Zeit beim Hunteburger SV viele tolle Momente und einen stetigen Weg nach oben. Angefangen bei der Kreisliga-Meisterschaft über die Qualifikationsturniere in Osnabrück bis hin zum großen Highlight am Ende der Saison, dem VGH Masters. Auch die VGH Content Days werden uns in Erinnerung bleiben. Wenn wir uns aber für einen Moment entscheiden müssten, wäre es definitiv der Augenblick, in dem wir den Pokal des VGH
Masters in die Höhe gestreckt haben. Nach einem langen Turniertag war das jedes Mal ein unbeschreibliches Gefühl, für das sich die ganze Arbeit gelohnt hat.
Masters in die Höhe gestreckt haben. Nach einem langen Turniertag war das jedes Mal ein unbeschreibliches Gefühl, für das sich die ganze Arbeit gelohnt hat.

8. Wie habt ihr die Unterstützung des Vereins erlebt und was hat es euch bedeutet, den Hunteburger SV bei Turnieren und Wettbewerben zu vertreten?
Kevin: Das eigene Vereinslogo auf der Brust zu tragen und den Hunteburger SV bei Turnieren zu vertreten, war für uns immer etwas Besonderes. Mit der Zeit wurden wir auch im Ort immer präsenter und haben viel Zuspruch für unsere Leistungen bekommen. Im Verein haben wir uns vor allem darüber gefreut, dass wir viele Freiheiten hatten und eigene Ideen ausprobieren konnten. Wir wurden unterstützt und unsere Spiele wurden regelmäßig im Vereinsheim gestreamt, sodass auch die Leute vor Ort mitfiebern konnten. Das hat uns gezeigt, dass der Verein hinter uns steht und unseren Weg im eFootball mitgeht.
9. Nun wechselt ihr zum VfL Osnabrück und werdet künftig in der Virtual Bundesliga antreten. Was bedeutet dieser Schritt für euch und welche Ziele habt ihr euch für die kommende Zeit gesetzt?
Kevin: Für uns ist der Wechsel zum VfL Osnabrück der nächste große Schritt, um uns weiterzuentwickeln und auf höchstem Niveau Erfahrungen zu sammeln. Der VfL bietet uns dafür ganz neue Möglichkeiten, beispielsweise durch zusätzliche Trainingsangebote. Auf die Virtual Bundesliga freuen wir uns besonders, weil sie ein unfassbar guter Wettbewerb ist, in dem wir uns mit den besten Teams messen können. Unser Ziel ist es, mitzuhalten und das ein oder andere Spiel für uns zu entscheiden. Als Underdog können wir sicherlich auch den einen oder anderen Gegner ärgern. Wir wollen die Chance nutzen, uns weiter zu verbessern und schauen, was für uns möglich ist.
10. Zum Abschluss: Was möchtet ihr dem Hunteburger SV und den Menschen mitgeben, die euch in den vergangenen Jahren unterstützt haben?
René: Wir sind sehr dankbar für alle, die unseren Weg in den vergangenen Jahren verfolgt und uns unterstützt haben. Zu wissen, dass Leute hinter einem stehen und mitfiebern, hilft immer dabei, das Beste aus sich herauszuholen. Gemeinsam haben wir mit dem kleinen HSV ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben, worauf wir sehr stolz sind. Wir blicken auf eine tolle gemeinsame Zeit zurück und werden dem Verein und den Menschen, die uns auf diesem Weg begleitet haben, immer dankbar sein. Wir hoffen natürlich, dass uns viele von euch auch beim VfL Osnabrück weiter verfolgen und uns auch auf unserem weiteren Weg die Daumen drückt!

